28. März 2026

Die Scoville-Skala: was die Zahl wirklich misst

1912 entwarf der amerikanische Apotheker Wilbur Scoville einen Verdünnungstest, um die Schärfe von Chilis zu bewerten. Ein Extrakt wurde in Zuckerwasser verdünnt, bis ein Panel die Schärfe nicht mehr wahrnahm. Die nötige Verdünnung — in Scoville Heat Units (SHU) — wurde zur Bewertung.

Ein Paprika hat 0 SHU. Ein Jalapeño 2.500 bis 8.000. Ein Habanero 100.000 bis 350.000. Der Carolina Reaper, aktueller Rekordhalter unter gängigen Sorten, erreicht 1,6 Millionen SHU.

Die Methode war subjektiv, also messen moderne Labore Capsaicinoide per HPLC und rechnen über einen Standardfaktor in SHU um (1 ppm Capsaicin ≈ 16 SHU).

SHU misst *Schärfe*, nicht Geschmack. Ein 350.000-SHU-Habanero und ein 350.000-SHU-Ghost-Pepper brennen gleich stark, schmecken aber völlig anders — fruchtig versus rauchig, sofortiges Brennen versus langsamer Aufbau.

Beim Kochen bedeutet mehr SHU nicht besser. Ein gutes Mole negro — aufgebaut auf der Ancho-Chili bei rund 1.000-2.000 SHU — verlangt ausbalancierte Schärfe, keine monotone Brennprobe.

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Ancho Chile