واسابي
wasabi
15 C
ideale Wassertemp.
Bergbaeche ganzjaehrig
18–24 Mon.
Rhizomreife
von Pflanzung bis Kueche
5%
Honwasabi-Anteil
der Rest als Wasabi verkauft ist Meerrettich
Daio
groesste Farm
Azumino, Nagano — 15 ha Sawa-Beete
Wasabi ist das geriebene Rhizom von Eutrema japonicum, früher Wasabia japonica, einer semi-aquatischen Kreuzblütlerin, die in den kalten, schattigen Quellbächen des japanischen Archipels heimisch ist. Sie zählt zu den anspruchsvollsten Nutzpflanzen der Welt: Die Pflanze braucht sauberes, fließendes Quellwasser, das ganzjährig zwischen zwölf und fünfzehn Grad Celsius gehalten wird, ein sofort drainierendes Kiesbett und zwei bis drei Jahre, bis ein Rhizom verkaufsreif wird — weshalb echtes Sawa-Wasabi im Einzelhandel rund zweihundert bis fünfhundert Euro pro Kilogramm frisch erreicht. Geschätzte fünfundneunzig Prozent des außerhalb Japans servierten «Wasabi», und ein großer Teil des innerhalb servierten, ist eine Ersatzpaste aus europäischem Meerrettich, gelbem Senf und grünem Farbstoff. Die echte Schärfe stammt aus einer einzigartigen Familie von sechs- und sieben-Methyl-sulfinyl-alkyl-Isothiocyanaten, die in dem Moment freigesetzt werden, in dem das Rhizom auf einer feinen Fläche gerieben wird und das Enzym Myrosinase auf das Glucosinolat Sinigrin trifft. Diese flüchtigen Verbindungen gelangen über den retronasalen Weg in die Nase statt wie Chili-Capsaicin auf der Zunge zu brennen, und sie bauen sich rasch ab — eine geriebene Paste verliert den Großteil ihrer Schärfe binnen fünfzehn Minuten, weshalb Sushi-Köche auf Bestellung reiben. Die kanonische Reibe ist eine Oroshi, ein Holzbrett mit getrockneter Haifischhaut bezogen, deren mikroskopische Hautzähnchen das Gewebe reißen statt schneiden und so die Myrosinase-Freisetzung maximieren.
Japan (Shizuoka Izu peninsula, Iwate, Nagano), Japan.
Japan
Japan (Shizuoka Izu peninsula, Iwate, Nagano) · Daio wasabi farm, Azumino (Nagano)
Junge Pflaenzchen werden 15 cm auseinander in Kiesbeeten gesetzt, gespeist von konstant 13–15 C Quellwasser — das Sawa-System aus Izu und Azumino.
Schattengewebe haelt es kuehl, waehrend die Rosetten ausladen; die Pflanze ist empfindlich und stirbt ueber 20 C Wassertemperatur.
Das essbare Rhizom verdickt sich langsam ueber die kalten Monate — Allylisothiocyanat konzentriert sich, wenn das Wachstum bremst.
Zarte weisse Kreuzbluetenstaende erscheinen; essbar, leicht scharf, in der Kaiseki geschaetzt.
Jedes Rhizom wird von Hand mit 15–20 cm gehoben; ein gutes wiegt 100 g. Schnittflaechen oxidieren in wenigen Minuten.
Auf Haifischhaut-Oroshi vom Blattende reiben; das Aroma gipfelt nach 2 Minuten, geht nach 20 verloren. Nie in heisse Bruehe.
Die Moleküle, die es nach Kampot schmecken lassen — und nach nichts anderem.
Wasabi ist nicht scharf, bevor er gerieben wird. Intakte Zellen halten Sinigrin und Myrosinase getrennt; beim Zerdruecken setzt das Enzym frei, das Sinigrin in Allylisothiocyanat spaltet — die fluechtige Verbindung, die die Nase anzuendet, nicht die Zunge. Die Reaktion gipfelt nach 2 Minuten und faellt schnell ab.
2 Min
Aromagipfel
vom Reiben bis zum Servieren
15 Min
Halbwertszeit
von Allylisothiocyanat
1,5%
Sinigrin (trocken)
des Honwasabi-Rhizoms
7 ITC
ITC-Profil
warum Honwasabi breiter schmeckt als Meerrettich
Das Nasenfeuer — dieselbe Substanz wie Meerrettich.
Honwasabi-spezifisch — gruen, kohlig, kreuzblueten-tief.
Langkettig, leicht suesslich — so wirkt Frisches reicher.
Geschmacklos, bis Myrosinase kommt.
Der Ausloeser — durch Hitze zerstoert.
Nichts, nur die blassgruene Farbe.
| Pfeffer | AITC | Öl |
|---|---|---|
★ Honwasabi (Nagano) Azumino-Sawa · breites 7-ITC-Profil | 1,5% | 0,3% |
Honwasabi (Shizuoka) Izu tatami-ishi · historischer Ursprung | 1,4% | 0,3% |
Meerrettich Nur AITC · eintoenige Schaerfe | 2,2% | 0,5% |
Seiyo-Wasabi-Paste Meerrettich + Senf + Farbe · 95% des Markts | 0,8% | 0,1% |
Senf Andere ITCs, keine Kreuzbluetentiefe | 1,0% | 0,6% |
Wie die Welt damit kocht.
3 Signaturgerichte
Frischer Honwasabi geht an den Koch; die Tubenpaste ausserhalb Japans ist fast immer gefaerbter Meerrettich.
Ein Messerstrich zwischen Neta und Reis — der Wasabi ist versteckt, nicht daneben.
Ein kleines Haeufchen auf dem Brett, der Gast tupft die Sojasauce — Paste in Sojasauce mischen gilt in Tokio als verpoent.
Stiele und Blaetter in Sake-Hefe eingelegt — Snack-Nebenprodukt der Bauern.
Wie man es nennt, von Phnom Penh bis Palermo.
واسابي
wasabi
山葵
shan kui
Wasabi
Wasabi
Wasabi
वसाबी
wasabi
Wasabi
山葵
wasabi
Wasabi
Wasabi
Eiweiß
Pflanzlich
Süß
Fast nie ausserhalb Japans. Rund 95% des weltweit verkauften 'Wasabi' sind Meerrettich, Senf und gruene Farbe. Echter Wasabi (Honwasabi) kostet 200 EUR je Kilo im Grosshandel und wird am Tisch oder am Pass frisch gerieben — aus der Tube ist er es nicht.